GESCHICHTE

 

Der Dudelsack oder besser: die Sackpfeife ist eines der ältesten Instrumente der Welt, wenn es nicht immer so ausgesehen hat wie heute.

 

Der Urspung ist vermutlich im ägyptischen Raum zu finden, da entsprechende Zeichnungen erhalten geblieben sind. Hier ähnelt die Pipes jedoch noch mehr einer Flöte. Neben der Melodiepfeife wurde gleichzeitig eine Begleitpfeife (Drone) direkt durch den Mund angeblasen. Diese beiden Pfeifen konnten waren entweder nur am Mundstück miteinander verbunden (links) oder in einer Zwillingsflöte kombiniert (rechts), wie wir sie auch aus dem türklischen Raum kennen.

 

Etwa 1300 v. Chr. wurden die Pfeifen in einen Ledersack eingebunden, der anfangs aus der kompletten Haut eines Tieres bestand. Dieses Instrument, das schon große Ähnlichkeit mit dem heuten Dudelsack hat, wurde nachweislich in Griechenland und von den Römern gespielt. Letztere verbreiteten es schließlich mit ihren Feldzügen in ganz Europa und es wurde mit regionalen Abwandlungen bis ins Mittelalter ein typisches Instrument der wandernden Minnesänger.

 

Durch regionale Veränderungen entwickelten sich in Europa unterschiedliche Arten von Dudelsäcken wie die spanische Gaita, das deutsche Hümmelchen oder der Böhmische Bock. Durch die Minnesänger, die ja hauptsächlich auf Marktplätzen spielten, ist der Dudelsack zu einem Instrument für draußen geworden und verschwand bis zum 18. Jh. fast völlig, als Dörfer und Städte wuchsen und Musik mit leiseren Instrumenten in geschlossenen Räumen gespielt wurde.

 

Auch in Großbritannien verlief die Geschichte ähnlich. Im nordöstlichen England, dem südlichen Schottland und Irland erfreuten sich die immer mehr verfeinerten Pipes einer wachsenden Beliebtheit. Aber trotzdem wurden sie auch hier immer seltener. Lediglich in den schottischen Highlands hielt sich das Instrument, da die Musik ein gutes Spiegelbild der Menschen war. Hier wurde die Pipes bis etwa 1500 in unveränderter Form mit Sack, einer Drone und Chanter gespielt. Erst dann kam die zweite Drone. Die dritte wurde sogar erst ca. 1700 hinzugefügt.

 

Für die Clan-Chiefs war es bald ein Statussymbol, einen guten Piper zu haben. Oftmals wurde diese Aufgabe in der Piper-Familie weitervererbt. Neben der Musik, die bei allen Gelegenheiten gespielt wurde, bildeten sich auch Schulen, die insbesondere die "klassische" Musik ("Ceol Mor" oder "Piobaireachd") entwickelten. Von den ganzen Schulen ist wohl die der MacCrimmons of Borreaig (Skye) die berühmteste.Nach der verlorenen Schlacht am 16.04.1746 im Moor von Culloden unter Bonnie Prince Charlie werden durch England das Clansystem zerschlagen und alle Zeichen der Highland-Clans vernichtet. Dazu zählen unter Androhung der Todesstrafe auch das Tragen des Kilts und das Spielen der Pipes.

 

Bevor jedoch die Intrumente und die Techniken vergessen wurden, verbesserte sich das Verhältnis zwischen England und Schottland. Und nach einem Besuch des englischen Königs George IV. im Jahr 1822 galt der Kilt und die Pipe-Musik sogar als modern. Nun begann man, die Musik, die nur mündlich weitergegeben wurde, auch schriftlich niederzulegen und bediente sich dafür der "normalen" Notenschrift.

 

Aber wie damals gilt auch noch heute:

 

Pipe-Music kommt aus dem Herzen und verlangt eine eigene Interpretation.